Ich dacht‘, ich wär ein Apfel…

Warum ich diesen Blog führe – die längere Fassung

„Ich habe gehört, er hat ACID auf der Party gedroppt und glaubt seitdem, dass er ein Cola-Automat ist…“

Wir haben alle viel gehört, viel gelesen, es wurde gemunkelt, wir waren gewarnt, vor den obskurrsten aller Drogen; jene, die einem fliegende Einhörner oder bestialische Monster sehen lassen; jene, die einem das ganze Leben verpfuschen können, wenn man darauf „picken bleibt“, die Psychosen auslösen oder zum Tod führen, oder noch schlimmer: andere mit einer Axt jagen lassen; jene, die einen dazu verführen, aus dem Fenster zu springen, weil man meint, fliegen zu können…

Die Liste ist lang, wenn man von den Mythen über die psychedelischen Drogen erzählt: in Internetforen sind sie verbreitet und unter Freundeskreisen zirkulieren sie, die Mainstream-Medien greifen sie gerne auf, und machen sie somit zum Nährboden für eine ignorante Gesellschaft, die Psychedelika zum gefährlichen Randphänomen macht. Doch sie sind eben genau das: Mythen, urban legends, verschrobene Halbwahrheiten, die nur zum Teil auf tatsächlichen Geschehnissen basieren.

Dass die Realität anders aussieht, wissen einige Mutige oder jugendlich Leichtsinnige, die sich der scheinbaren Gefahr gestellt haben und das unglaubliche Potential von LSD, Psylocibin, DMT, MDMA usw. erkannt haben. Und nicht nur sie wissen darüber Bescheid, auch liegt der Duft eines generellen Bewusstseins-Sprungs in der Luft, wenn man den Blick in Richtung USA richtet, wo seit einigen Jahren über Psychedelika und ihre Anwendungsformen geforscht wird, wo es Blogs und Vlogs über die richtige Benutzung gibt und wo die Stigmatisierung langsam weniger zu werden scheint.

Ich möchte mich dieser Bewegung anschließen und helfen, die (deutschsprachige) Gesellschaft über das Potential von psychedelischen Substanzen aufzuklären, da ich der Meinung bin, dass sich unglaublicher Schatz in ihnen verbirgt. Dazu bediene ich mich der Mischung aus meinem subjektiven Erfahrungsschatz mit den Substanzen und persönlicher Erkenntnissuche, sowie dem objektiven Faktenwissen aus der derzeitigen Forschung (wobei klar sein muss, dass die Ergebnisse jener Forschung selbstverständlich auch durch meinen subjektiven Filter rutschen, und auch die ForscherInnen nicht frei sind von Subjektivität).

Nicht jeder muss Psychedelika nehmen.
Und vielleicht sollte es auch nicht jeder. Ich bin nicht hier um das zu beurteilen. Ich möchte allerdings ein holistischen Bild von Psychedelika hervorbringen, eines, das nach Jahren der Verteufelung auch die positiven Aspekte beachtet und mit alten Mythen aufräumt.

Ich hoffe klarmachen zu können, dass der Teilaspekt Psychedelika nur vor einem größeren Ganzen betrachtet werden kann. Das veränderte Bewusstsein während eines „Trips“ und die damit einhergehenden Erkenntnisse können zu einem nachhaltigen Bewusstseins-Sprung führen, erst im Individuum und dann in der Gesellschaft. Die Entwicklung des eigenen Selbst und in weiterer Folge der Gesellschaft muss nicht, kann aber durch Psychedelika eklatant vorangetrieben werden. Andere Methoden der Bewusstseins-Forschung am eigenen Leib sind zum Beispiel Meditation, Kontemplation und Introspektion.
Kurz gesagt: Ich führe diesen Blog, um dazu beizutragen, dass die Menschheit irgendwann jene friedliche Party feiern kann, für die sie eigentlich da ist. Ich meine, wir haben da noch ein bisschen Arbeit vor uns.

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